Große Begeisterung beim Serenaden-Konzert des Männergesangvereins im idyllischen Rathaushof

 Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der Gesamtchor des MGV mit den beiden Dirigenten Max Menzel und Jochen Link beeindruckte als homogener Klangkörper

 

Ausgezeichneter Gastchor aus Osnabrück

Für einen tollen Kontrast im Programm sorgte als Gast der Frauenchor „Viva La Musica“ aus Osnabrück. Geleitet wird der Chor als nicht eingetragener Verein von Gabriele Nelles seit der Gründung im Jahr 1994. Seit 2004 führt den Frauenchor die aus der Ukraine stammende Pianistin Iryna Slavina als Chorleiterin mit Temperament, Liebenswürdigkeit und Charme erfolgreich durch die Musikwelt. Die Vielfältigkeit der Lieder unterschiedlicher Stilrichtungen und Epochen, geistlicher und weltlicher Art, machen für die Sängerinnen den Reiz aus, bei Viva la musica zu singen. Nach Veitshöchheim gelangte der 24köpgige Frauenchor durch Sangesfreund Rudi Hepf, der im Dezember 2105 einen bunten Nachmittag der Eisenbahner in Osnabrück moderierte, wo auch der Chor auftrat. Seitdem steht Hepf in freundschaftlicher Verbindung mit der Vorsitzenden Nelles, die nun mit ihrem Frauenchor einen viertägigen Ausflug ins Fränkische Weinland unternahm.

Gleich beim ersten Lied brachten die norddeutschen Sängerinnen mit „Lieder so schön wie der Norden“ das Publikum zum Swingen. Melancholische Stimmung erzeugte „Irgendwo auf der Welt“, ehe dann erstmals die Solosängerin Petra Knabenschuh mit ihrer exzellenten Sopranstimme beim Lied „Schau mich bitte nicht so an“ und nach der Pause mit Mireille Matthieu‘s „Paris Tango“ brillierte. Zuvor traf der Chor mit Gilbert Becaud’s „Was ist so schön an der Liebe“ ebenso den Geschmack des begeisterten Publikums wie mit dem Marika Rökk-Evergreen „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“ aus dem Jahr 1944.

 

Die stürmisch  geforderte Zugabe lieferten die Damen mit „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln“ gehen“, in der die Osnabrücker Vorsitzende Gabrielle Nelles den  MGV-Vorsitzenden Roland Wagner mit ins Boot holte.

 

51. Chorkonzert der Chorkreisgruppe Diepholz: Besucher gehen auf Zeitreise

MK Kreiszeitung Diepholt 04.04.2016

Vor ihr waren die Gäste bereits „eingestiegen in den Bus“ von der Vorsitzenden der Chorkreisgruppe Diepholz, Silke Husmann, und waren bereits mit dem Männergesangverein Brockum unter der Leitung von Gerard van der Nulft musikalisch in „Westerland“ auf Sylt wie die Musikgruppe „Die Ärzte“ gewesen, hatten zum Akkordeon von Jürgen Schneemilch und dem Männergesangverein Heede mit Leiter Danilo Sodogé zur Volksweise „Schön ist die Jugend“ in vergangenen Zeiten geschwelgt. Die Reiseleitung der Musikreise übernahm Leta Henderson, Chorleiterin zahlreicher Chöre um Wagenfeld, mit zahlreichen Details zu Alter, Intention und Ausdruck der Musikstücke.

Was durfte nicht fehlen Anfang April? Frühlingslieder – während draußen die Narzissen sich reckten, bereute kein Gast die zwei Stunden im Dunklen im Theatersaal. Der MGV Heede sang vom Frühling, der da ist, der MGV Brockum zog per Stimmen „In die blühende Welt“, die Chorgemeinschaft Eydelstedt unter der Leitung von Ludger Hartz empfahl „Carpe Diem, Liebe das Leben“. Zeitlich unterstrichen das gute alte Grammophon mit Schellackplatte, Plattenspieler, Kassettenrecorder, Walkman und Kopfhörer das Alter der ausgewählten Stücke.

Der Pop- & Gospelchor „Pfeffer und Salz“ unter der Leitung von Ing-Marie Ingvarsson datierte seine Stücke wie im Cabaret der 1920er Jahre mit Conférencier und Bauchplakat. „Seit einem Jahr leitet Ing-Marie den Chor“, verriet Henderson „mit einem schwedischen Touch“. Gut so, denn die Schweden waren immer beim Grand Prix de Eurovision erfolgreich. Die Leiterin zum Baumwollpflückerlied „Pick a bale of cotton“ an der Trommel, sonst spritzig, bluesig und jazzig am Klavier in Begleitung ihrer Sänger. Dem Worksong und den Gospels folgte ein Evergreen zum Mitsingen: „Mein kleiner grüner Kaktus“ und der gesanglich formulierte Wunsch nach Frieden „Lied für den Frieden“. Das datierte der Chor auf das Jahr 1973 und auf aktuellen Bedarf auf das Jahr 2016.

Eine Zugabe bei stehenden Ovationen musste der Gastchor „Viva la Musica“ dem Publikum bereits während des Konzertes geben. „Wissen Sie was so schön an der Liebe ist?“, die Frage einer Sängerin. „Wenn Sie die Zugabe gehört haben, wissen Sie es“. Der Text beinhaltete auf jeden Fall die Tatsache, dass dazu kein Geld nötig sei und überall geküsst würde. Vollständige Begeisterung initiierte der vierstimmige Frauenchor mit Stücken wie „Irgendwo auf der Welt“ aus dem Film „Ein blonder Traum“ mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, „In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein“ von Powerfrau Marika Rökk und „Schau mich bitte nicht so an“, der Kultsong von Édith Piaf auf Französisch „La vie en rose“ und von zahlreichen bekannten Sängern gecovert. „Unsere Solistin haben wir nicht eingekauft, sie ist ein Mitglied des Chores“, die Erläuterung zu einem wunderbaren Solo. „Memory“, da war Reiseleiterin Henderson besonders stolz, kam direkt aus dem Musical „Cats“ aus London nach Diepholz und „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh´n“ sang frech schon Wenke Myhre ist aber viel älter. Mit Text von Robert Gilbert und der Musik von Filmkomponist Anton Profes, der schon die „Sissi-Filme“ vertonte.

Zum Schluss der wunderbaren „Busreise“ im Geiste durch Zeit und Raum bat Silke Husmann die Gäste: „Wenn es Ihnen gefallen hat, buchen Sie wieder bei uns“. - sbb

Neue Osnabrücker Zeitung

Dienstag, 13. Mai 2014

 

Jede Woche singen?  Na klar!

20 Jahre Frauenchor Viva la musica.

Samstag: Geburtstagskonzert mit Kaffee und Kuchen

Gabriele Nelles wollte unbedingt singen. Sie hätte einfach einem Chor beitreten können, aber: Vielleicht war ich einfach zu faul, mir etwas zu suchen." Ob sie als Gründerin und erste Vorsitzende weniger Arbeit hat, sei dahingestellt, doch auf jeden Fall scheint sich ihre Initiative ausgezahlt zu haben. Der Chor existiert seit 20 Jahren und ist offenbar prächtig gediehen. Am kommenden Samstag feiert er Geburtstag, natürlich mit einem Konzert.

Gabriele Nelles' Schwiegervater sang vor 20 Jahren bereits in der MGV der Liedertafel Haste, ihr Ehemann ebenso, und dann erzählte ihr auch noch ihre Mutter, dass sie einen Chor gegründet habe. "Ich stand wieder da und hab' gesagt: Alle singen nur ich nicht, und ich wollte es immer schon!" Also wurde Gabriele Nelles aktiv. "Die Frauen der Sänger aus der Liedertafel Haste trafen sich einmal im Jahr zu einem Spaziergang. Und da habe ich das mal angestoßen und gesagt: Habt ihr nicht Lust, wollen wir nicht auch einen Chor gründen? Da hatte ich eine Menge Zuspruch." Allerdings waren anfangs nicht alle so mutig wie Gabriele Nelles und fragten besorgt: Aber du willst doch wohl nicht jede Woche singen? Na gut, aber auftreten willst du doch nicht?" Doch das war schnell geklärt, wöchentlich proben und häufige Auftritte der Normal-

fall. "Wir haben sogar noch Registerprobenm und Chorsamstage, die noch dazukommen. Und da hat man mittlicherweile erkannt, dass das auch nottut."

Stefan Sporreiter, der bis heute die Liedertafel Haste dirigiert,  übernahm auch den neuen Frauenchor.  Vor zehn Jahren gab er die Leitung an Iryna Slavina ab, die ihre Sängerinnen offenbar ordentlich fordert. "Sie hat uns viel beigebracht und dafür gesorgt, dass unser Chor einen sehr schönen Klang hat. Gezieltes Fördern und Fordern inklusive "Einzelstunden" und das sorgfältig ausgewählte Repertoire in eigenen Arrangements, die sie speziell auf Viva la musica zuschneidet, zeugen vom großen Einsatz der Chorleiterin.

Besondere Gäste beim Jubiläumskonzert sind die Sänger des MGV Liedertafel als Chorgemeinschaft mit dem KKV Osning und dem MGV Accordium sowie der Männerchor Gretesch. Da ein Chorleben nicht nur aus Musik besteht, möchten die Damen von "Viva la musica" ihre Gäste ab 14.30 vor dem Konzert mit Kaffee und Kuchen erfreuen.

Zurzeit hat Viva la musica 29 Sängerinnen, zwei stehen schon in den Startlöchern und wollen nach dem Jubiläumskonzert einsteigen.  Ein besonderes Highlight wird für den Oktober geplant: Viva la musica reist für vier Tage nach Dresden. "Wir werden in einer Innenstadtkirche einen Gottesdienst mitgestälten und werden uns mit dem Hanns-Eisler-Chor treffen. Das ist ein Volksliederchor aus Dresden und wir werden sehr wahrscheinlich ein kleines intimes Konzert mit denen machen."

 

 

"Sie ist sehr,sehr, sehr genau"

Iryna Slavina fordert Disziplin

Osteuropäische Chorleiter erobern die Osnabrücker Chorlandschaft

Osnabrück. Die Stimmgabel saust auf den Tisch und beginnt zu klingen. Iryna Slavina nimmt den Ton auf, summt ihn mit. Dann weist sie in verschiedene Richtungen zu ihren Sängerinnen. Noch eine kurze, ruckartige Bewegung, und 30 Münder öffnen sich. Jeden Montag leitet die Ukrainerin Slavina den Osnabrücker Frauenchor „Viva la musica“. 

Osteuropäische Chorleiter gibt es immer mehr in Osnabrück. Iryna Slavina ist eine von ihnen.   Foto: Uwe Lewandowski
Osteuropäische Chorleiter gibt es immer mehr in Osnabrück. Iryna Slavina ist eine von ihnen. Foto: Uwe Lewandowski

Sie ist eine von vielen hoch qualifizierten Chorleiterinnen aus der ehemaligen Sowjetunion, die heute in Deutschland Männergesangsvereine, Kirchen- oder Frauenchöre dirigieren. Ein Drittel aller Osnabrücker Chorleiter stammt laut Aussage des Kreischorverbands Osnabrücker Land aus Osteuropa.

„Früher waren Chorleiter oft Lehrer, die nach ihrer Arbeit abends noch Chöre hatten“, sagt Wolfgang Schröfel, Präsident des niedersächsischen Chorverbands. Heute gebe es das weniger. Viele – gerade junge – Chorleiter wollen sich „eine gewisse Biografie“ erarbeiten und dann irgendwann „weiterziehen“. Außerdem gebe es im Gegensatz zu früher schlichtweg mehr Chöre. Da ist es ihm dann „auch gar nicht so unrecht, dass osteuropäische Chorleiter mitwirken“.

Auch beim Frauenchor „Viva la musica“ war es so: 1994 gründete Gabriele Nelles zusammen mit einem Dutzend weiterer Frauen einen eigenen Chor. Damals engagierten sie einen jungen Geschichts- und Musiklehrer als Chorleiter; der hatte dann 2004 aus beruflichen Gründen aber keine Zeit mehr für den Frauenchor. So suchte „Viva la musica“ dann einen neuen Chorleiter. Durch Zufall stießen sie auf die Ukrainerin Iryna Slavina. „Diese Männer und Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion waren da, als sich kein anderer dafür interessiert hat“, erinnert sich Nelles.

Die gebürtige Ukrainerin hatte bereits mit 13 Jahren ihr erstes kleines Ensemble in ihrer Musikschule geleitet. „Das hat mir gefallen“, sagt Slavina. In der Ukraine bekam sie eine umfangreiche musikalische Ausbildung und leitete dort mehrere Jahrzehnte Chöre. 2000 kam sie nach Deutschland: „Ich hatte keine Vorstellung, was ich machen sollte.“ Aber dann folgten die ersten Engagements bei den verschiedensten Chören, 2004 dann auch beim Chor „Viva la musica“.

Dort schunkeln die Frauen von Iryna Slavina unterdessen zu einem deutschen Volkslied von rechts nach links. Es geht um die Schönheit des Nordens und darum, dass jeder weiß, „woher der Wind weht“.

Woher der weht, das weiß Chorgründungsmitglied Gabriele Nelles: Aus der Richtung von Iryna Slavina. „Sie ist sehr, sehr, sehr genau“, sagt Nelles. Am Anfang sei diese Umstellung ein bisschen schwierig gewesen. Oft habe es von den Sängern geheißen: „Och, schon wieder wiederholen“, erinnert sich die 60-jährige Chorleiterin. Sie hat eine klare Devise: „Ich mag Disziplin.“ Das sei typisch für Chorleiter aus dem östlichen Europa, sagt Nelles. „Bei uns ist Singen Freizeit-Beschäftigung, in der ehemaligen Sowjetunion war das Ziel, Erfolg zu haben.“

Und auch die sogenannte „Gesichtsmaske“ sorgte anfangs für Probleme. Die Gesichtsmuskel-Übung soll für Spannung beim Singen sorgen. „Das sieht aus, als wäre man am Lachen“, sagt Chorgründerin Gabriele Nelles, „das war recht schwierig“.

Aber trotzdem sind Chorleiterin und Chor in den vergangenen Jahren immer weiter zusammengerückt. „Wir haben eine eigene Sprache gefunden“, sagt Slavina.

Und auch Sängerin Nelles findet, dass die neue Chorleiterin den Chor weitergebracht hat: „Der Erfolg gibt ihr recht.“ Bei den verschiedensten Chorwettbewerben hat „Viva la musica“ bereits mitgemacht, stets mit guter Bilanz. Und vor kurzem hatte der Chor einen Auftritt im Kölner Dom, auch weil Slavina den Chor so erfolgreich anleitet.

„Das war ein tolles Gefühl“, erinnert sich Nelles. Notenmäppchen sind bei den Auftrit-ten tabu – auch das ist ein Verdienst Slavinas. „Man kann besser auf die Dirigentin achten“, heißt es inzwischen auch von den Sängerinnen.

Iryna Slavina wedelt weiter mit den Händen. Sie wippt bis in die Fußspitzen zum Takt der Musik. Ihre Augen leuchten, ein Lächeln liegt auf ihrem Gesicht. „Zu Viva la musica gehe ich nicht, sondern ich fliege“, sagt Iryna Slavina, „mir gefallen die Damen.“

  Neue Osnabrücker Zeitung vom 15.08.2012

 

22. Oktober 2012

Inzwischen ist der Rundfunk auf den Frauenchor Viva la musica und seine Chorleiterin Iryna Slavina aufmerksam geworden. An einem Montagabend erschien eine Rundfunkreporterin mit ihrem Team zur Chorprobe und nahm ein Interview mit Iryna Slavina und der Vorsitzenden des Chores Gabriele Nelles auf. 

Das Interview wurde zweimal in NDR Kultur gesendet.

 

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Viva la musica mit Tango-Tanzpaar in der OsnabrückHalle am 15.10.2017 beim Chorkonzert der Chöre

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